Fiskalische Bildungsrenditen und staatliche Bildungsfinanzierung - eine empirische Analyse für Deutschland


Freie Universität Berlin

Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte

Boltzmannstr. 5

14195 Berlin

Projektleiterin: Prof. Dr. Viktor Steiner

Promovierende: Natasha Volodina

Förderkennzeichen: 01JG0903

Förderbetrag: 85.550 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 – 30.09.2013


Das Ziel des Promotionsvorhabens besteht in der empirischen Fundierung des Ausgangsansatzes zur Schätzung fiskalischer Bildungsrenditen für Deutschland auf der Basis von Mikrodaten. Ausgangspunkt ist der Ansatz zur Berechnung fiskalischer Bildungsrenditen für mehrere Länder von de la Fuente und Jimeno. Diese Rendite bezieht sich vor allem auf höhere Steuereinnahmen aufgrund des in entwickelten Volkswirtschaften vorherrschenden progressiven Steuersystems und der geringeren staatlichen Transferausgaben aufgrund von Arbeitslosigkeit. Sie entspricht dem Diskontierungssatz, der den Barwert der öffentlichen Bildungsausgaben mit dem Barwert des aufgrund höherer Bildung höheren zukünftigen Steueraufkommens gerade ausgleicht. Das Arbeitsprogramm gliedert sich wie folgt: Zunächst wird das theoretische Modell um institutionelle Besonderheiten des deutschen Bildungs- und Sozialsystems erweitert. Darauf baut eine mikroökonometrische Schätzung zentraler Modellparameter - private Bildungs- und Berufserfahrungsrenditen, Bildungsrenditen mit Berücksichtigung der Arbeitslosigkeit, Bildungseffekte auf Erwerbsbiographien - auf Basis des SOEP auf. Zudem wird auf dieser Grundlage ein mikroökonometrisches Modell der Bildungsentscheidung entwickelt und geschätzt. Die für Deutschland geschätzten privaten Bildungsrenditen (der Ertrag eines zusätzlichen Bildungsjahres) liegen für Frauen zwischen gut 7% und knapp 11%, für Männer zwischen 4% und 7%. Wird berücksichtigt, dass durch höhere Bildung das individuelle Arbeitslosigkeitsrisiko reduziert wird, sind die geschätzten Bildungsrenditen noch etwas höher. Im Vergleich zu den langfristigen Renditen auf Finanzinvestitionen sind private Bildungsinvestitionen rentabel. Bei dem Bildungsentscheidungsmodell sind die erwarteten zukünftigen Einkommensströme ein Entscheidungsfaktor für die Bildungsentscheidung. Die geschätzten privaten Bildungsrenditen und die Wahrscheinlichkeiten bestimmter Bildungsabschlüsse sollen in das Simulationsmodell zur Berechnung fiskalischer Bildungsrenditen für Deutschland integriert werden.

Weitere Informationen unter:
http://www.wiwiss.fu-berlin.de/