Reformen des Hochschulsystems - Empirische Analysen mit der Hochschulstatistik


Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) Mannheim

L 7, 1

68161 Mannheim

Projektleiterin: Dr. Maresa Sprietsma

Promovierende: Julia Horstschräer

Förderkennzeichen: 01JG0914

Förderbetrag: 137.554 EUR

Laufzeit: 01.01.2010 - 31.12.2012


Das deutsche Hochschulsystem ist gegenwärtig vielfältigen Reformen unterworfen. Diese betreffen insbesondere die Organisation der Studiengänge, die Profilschärfung von Universitäten sowie den Bereich der Studienfinanzierung. Als Ziel wird dabei oft die Anpassung des Hochschulsystems an die Ansprüche einer modernen „Wissensgesellschaft“ genannt, durch welche die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gesichert werden solle. Eine bildungsökonomische Analyse kann die Wirkungen der Reformen beleuchten und somit neue Impulse für Wissenschaft und Politik geben. Im Rahmen des Promotionsprojekts wurde zunächst untersucht, wie die Einführung der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse die Zahl der Studienanfänger sowie die Zahl der Studienabbrecher beeinflusst. Eine zweite Studie bezog sich auf die Liberalisierung der Studienplatzvergabe in den Rechtswissenschaften im Jahr 2002. Es wird ersichtlich, inwiefern die dezentrale Vergabe gegenüber der zentralen Vergabe die Passung zwischen Studenten und Universitäten verändert. Ferner befasste sich eine dritte Untersuchung mit der Qualitätsdiskussion im universitären Bereich. Dabei ist von Interesse, wie sich die medienwirksamen Auszeichnungen von „Eliteuniversitäten“ sowie Hochschulrankings auf die Wahl der Universität auswirken. Die neuerdings zur Verfügung stehenden amtlichen Daten der Hochschulstatistik ermöglichten detaillierte bildungsökonomische Analysen zu diesen Themen. Zusätzlich wurden die bisher ebenfalls wenig erforschten Prozessdaten der „Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen“ (ZVS) sowie die Ranking Daten des "Centrums für Hochschulentwicklung" verwendet. Die Untersuchung der neu eingeführten Bachelor- und Masterabschlüsse zeigt für die meisten Fächer keine signifikanten Auswirkungen der Reform auf die Zahl der Studienanfänger als auch auf die Zahl der Studienabbrecher. Die Reform scheint also die Anreize zur Aufnahme eines Studiums in der Regel nicht verändert zu haben. In Folge der Dezentralisierung der Studienplatzvergabe in den Rechtswissenschaften zeigen sich eine steigende Zahl an Erstsemestern sowie eine abnehmende Zahl an offenen Studienplätzen. Diese Verbesserung in der Effizienz der Passung ist jedoch vor allem durch die Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen getrieben. Des Weiteren scheinen die nicht forschungsbezogenen Rankingdimensionen (z.B. Betreuungsverhältnis, Infrastruktur) die Hochschulwahl stärker zu beeinflussen als die forschungsbezogenen Rankingindikatoren.

Weitere Informationen unter:
http://www.zew.de/de/