Schwache Rechnerinnen und Rechner fördern


Eine Interventionsstudie zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit schwachen Mathematikleistungen an Haupt- und Förderschulen

Technische Universität Dortmund

Fakultät Rehabilitationswissenschaften

Emil-Figge-Str. 50

44227 Dortmund

Projektleiter: Univ.-Prof. Dr. Franz B. Wember

Promovierende: Okka Freesemann

Förderkennzeichen: 01GJ0859

Förderbetrag: 104.735 EUR

Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012


Untersuchungen zeigen, dass rechenschwache Kinder auch in der Sekundarstufe I spezifische Kenntnisse der Grundschulmathematik (sog. "Basisstoff") nicht oder nur teilweise erworben haben. Diese Lücken verhindern ein erfolgreiches Weiterlernen und können sich negativ auf spätere berufliche Chancen auswirken. Ziel des Projektes war die Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer Intervention zur Förderung des mathematischen Basisstoffs für schwache Rechnerinnen und Rechner in der Sekundarstufe I (Haupt- und Gesamtschulen in Klasse 5, Förderschule Lernen in Klasse 7). Dabei wurde angenommen, dass eine Förderung im mathematischen Basisstoff auch eine Verbesserung der Mathematikleistung bewirkt. Zudem wurde der Frage nachgegangen, ob die Form der Förderung die Leistungsfortschritte beeinflusst. Die Untersuchungsstichprobe der schwachen Rechnerinnen und Rechner wurde in zwei Interventionsgruppen und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Interventionsgruppen erhielten über 14 Wochen eine Förderung im mathematischen Basisstoff. Hierbei wurde zum einen ein Konzept für den Förderunterricht in einer kleinen Lerngruppe mit enger Begleitung durch die Lehrperson und zum anderen ein teilintegrierter Klassenunterricht umgesetzt (zwei Schulstunden pro Woche selbständiges Arbeiten mit einem diagnosegeleiteten Material, in einer zusätzlichen Stunde Begleitung). Die Kontrollgruppe erhielt keine spezifische Förderung. Nach Ende der Förderung sowie drei Monate später wurde erneut ein Mathematiktest durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schülerinnen und Schüler der drei Experimentalgruppen im Verlauf des Untersuchungszeitraums einen signifikanten Leistungszuwachs in der Mathematikleistung erzielt haben. Eine Überprüfung der Gruppenunterschiede zeigt tendenziell bessere Leistungen der Schülerinnen und Schüler, die an der teilintegrierten Förderung im Klassenunterricht teilgenommen hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe. Abschließend ist anzumerken, dass zwar alle schwachen Rechnerinnen und Rechner signifikante Leistungsfortschritte in der Mathematikleistung erzielten, aber im Mittelwert erreichten sie noch nicht einmal die Hälfte der möglichen Punktzahl. Hier zeigt sich, dass der Faktor Zeit für die Aufarbeitung der Lücken im mathematischen Basisstoff zu knapp bemessen war.

Weitere Informationen unter:
http://www.fk-reha.tu-dortmund.de/fk13/de/Aktuelles/