Kooperation von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen zur Umsetzung der lernfeldorientierten Lehrpläne


Leibniz Universität Hannover

Philosophische Fakultät

Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung

Schloßwender Str. 1

30159 Hannover

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Rütters

Promovierende: Anne Koschmann

Förderkennzeichen: 01GJ0858

Förderbetrag: 87.019 EUR

Laufzeit: 01.02.2009 - 31.01.2012


Die Arbeit befasst sich mit der Meso-Ebene didaktischen Handelns von Lehrkräften an berufsbildenden Schulen: Untersucht werden Lehrkräfte, die die Entwicklung eines schuleigenen Curriculums und die übergreifende didaktische Jahresplanung basierend auf lernfeldorientierten Lehrplänen in kollegialer Teamarbeit vornehmen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war eine umfassende Deskription und Analyse der Rahmenbedingungen, Strukturen, Vorgehensweise und Ergebnisse von Lehrergruppen, die, außerhalb von diesbezüglich initiierten Modellversuchen, eine didaktisch ausgerichtete Zusammenarbeit zur Lernfeldumsetzung praktizieren. Dabei sollten auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Beweg- bzw. Hintergründe, Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren sowie Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Kooperationsansätze ermittelt werden. Hierzu wurden neun Lehrergruppen (insgesamt 55 Lehrkräfte, davon sechs weiblich) an sechs niedersächsischen berufsbildenden Schulen untersucht. Die Erhebung umfasste Einzelinterviews mit jeweils einem Gruppenmitglied, Gruppendiskussionen und die Beobachtung einer Arbeitssitzung pro Gruppe, die fragebogenbasierte Erfassung soziodemographischer und berufsbiographischer Daten sowie eine Dokumentenanalyse von Gruppenergebnissen. Die so gewonnenen Daten wurden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Abschließend erfolgte eine Stärken-Schwächen-Analyse anhand der Gegenüberstellung fallspezifischer Merkmale mit vier zuvor formulierten, theoriebasierten Kernanforderungen an die Lernfeldumsetzung. Fünf der neun Gruppen ließen sich als intensiver, vier als weniger intensiv kooperierend charakterisieren. Während sich Letztere in ihren eher seltenen gemeinsamen Sitzungen überwiegend auf obligatorische Aufgaben beschränkten, übernahmen die Gruppen mit mindestens wöchentlichen Sitzungen freiwillig eine größere Bandbreite zusätzlicher Aufgaben. Die lernfeldbasierte Curriculumentwicklung stellte sich bei ihnen nicht als einmalige, sondern als kontinuierliche Aufgabe dar, indem sie sich auf Grundlage ihrer bildungsgangbezogenen Planungen regelmäßig austauschten und ihre Konzepte gemeinsam weiterentwickelten.

Weitere Informationen unter:
http://www.ifbe.uni-hannover.de/index.php