Rahmenprogramm


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Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung

Wir stehen heute vor großen und neuen Herausforderungen. Diesen muss sich auch das Bildungssystem stellen. Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Umfeld. Sie beeinflusst die individuellen Lebenschancen jedes Menschen ebenso wie seine Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe und zum beruflichen Erfolg. Bildung ist maßgebend für Wachstum, Wohlstand, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sowie für ein demokratisches und respektvolles Miteinander. Unser Ziel ist deshalb, dass das deutsche Bildungssystem für alle, die in Deutschland leben – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, religiöser und sexueller Orientierung oder sozialem Status – bestmögliche Bildungschancen eröffnet und auf die Herausforderungen unserer Zeit angemessen reagieren kann. Hierfür braucht es eine starke Bildungsforschung. Erkenntnisse aus der Forschung sind wichtig für rational begründete Entscheidungen, die das Bildungswesen weiter verbessern.

Nachdem das erste Rahmenprogramm zur Förderung der empirischen Bildungsforschung in den vergangenen zehn Jahren entscheidend dazu beigetragen hat, die empirische Bildungsforschung zu stärken und in Deutschland zu etablieren, verfolgt das Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung folgende Zielsetzungen:

1. Erkenntnisse vertiefen und in neuen Feldern gewinnen Wissensbasis für Bildungspraxis und Bildungspolitik stärken

Zukünftig wird die Forschungsförderung alle Bildungsetappen und -prozesse über die gesamte Bildungsbiografie des Einzelnen erfassen. Wesentliche Schwerpunkte der bisherigen Forschung werden vertiefend weitergeführt. Die Forschung zu aktuellen gesellschaftlichen Problemlagen und deren Bedeutung für die Bildung wird gestärkt.

Die Themenschwerpunkte der künftigen Forschungsförderung unter dem Dach des Rahmenprogramms können in den folgenden Handlungsfeldern gefasst werden:

  • Bildungsgerechtigkeit verbessern – individuelle Potenziale erkennen und entwickeln.
  • Mit Vielfalt umgehen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
  • Qualität im Bildungswesen fördern.
  • Technologische Entwicklungen im Bildungsgeschehen gestalten und nutzen.

2. Kooperation von Forschung und Praxis befördern

Verantwortliche in Bildungsadministration und Bildungspolitik, Vertreterinnen und Vertreter der Bildungspraxis und der Zivilgesellschaft werden in die Diskussion um die Identifizierung relevanter Problemstellungen sowie um eine angemessene Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis einbezogen. So soll der Transfer wissenschaftlich fundierten Handlungs- und Veränderungswissens in die Praxis noch besser gelingen.

3. Innovation zur Verbesserung des Bildungswesens durch Forschung voranbringen

Auf der einen Seite gilt es aus bildungspolitischer Sicht Bewährtes („best practice“) zu identifizieren. Auf der anderen Seite sind auch neue Wege zu beschreiten: Fragen, wie Bildungsprozesse und ggf. Rahmenbedingungen verbessert werden können, sind aus forschungs- und bildungspraktischer Sicht zu beantworten.

4. Exzellente Bildungsforschung strukturell weiter ausbauen

Die geförderte grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung soll hohen Qualitätskriterien an wissenschaftliches Arbeiten genügen und national wie international sichtbar sowie anschlussfähig an den aktuellen Forschungsstand sein. Anknüpfend an die Ergebnisse des ersten Rahmenprogramms wird die Strukturentwicklung in der Bildungsforschung (insbesondere in den Bereichen Datennachnutzung, Nachwuchsförderung) fortgesetzt.