JUNIORPROFESSUR Sexualpädagogik mit Schwerpunkt Gewaltprävention – Phase 2


Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

24098 Kiel

Projektleiter: Prof. Dr. Uwe Sielert

Juniorprofessur: Prof. Dr. Anja Henningsen

Förderkennzeichen: 01SR1604

Förderbetrag: 561.307,94 €

Laufzeit: 01.12.2016 - 31.11.2019


Die Juniorprofessur vertieft die erziehungswissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Professionalität und Organisationsentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Querschnittsdimension Sexualität.

Die bisherige Forschung der Juniorprofessur über den kollektiven Umgang mit Sexualität in pädagogischen Einrichtungen hat - ebenso wie die Ergebnisse anderer Projekte der Förderlinie - deutlich gezeigt: Sexualität ist ein wichtiges und zugleich schwieriges Thema für pädagogische Fachkräfte. Zudem kann von einer doppelten Tabuisierung gesprochen werden, da auch die Thematisierung von (sexueller) Gewalt Unbehagen bei Fachkräften auslöst und somit präventiv-schützendes Handeln erschwert. Im Sinne einer Sexualkulturbildung ist in den pädagogischen Einrichtungen nach Wegen und Möglichkeiten zu suchen, die auf den Schutz vor sexuellen Übergriffen ausgerichtet sind und ein grundsätzliches und kollektives Sprechen über Sexualität überdauernd lebendig halten. Im Zentrum der Arbeit der Juniorprofessur steht deswegen, einen achtsamen Umgang mit Sexualität in pädagogischen Kontexten genauer zu beleuchten, um Kinder und Jugendliche bestmöglich in ihrer psychosexuellen Entwicklung zu begleiten sowie deren Recht auf sexuelle Selbstbestimmung dabei zu sichern.

In der zweiten Phase konzentriert sich die Juniorprofessur auf drei Kernbereiche: Erstens wird überprüft, wie eine professionelle Beziehungsarbeit im Kontext der stationären Jugendarbeit ausgestaltet sein kann, um zur sexuellen Selbstbestimmung Heranwachsender beizutragen. Des Weiteren wird untersucht, wie aus der Sicht von queeren Jugendlichen mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in pädagogischen Kontexten umgegangen wird. Schließlich wird die Fortentwicklung der Hochschullehre zu Sexualpädagogik durch die Entwicklung und Verankerung von Lehre und Weiterbildungsangeboten vorangetrieben.

Die Verwertung der Forschungsergebnisse erfolgt über fach- und populärwissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Kooperationstagungen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis. In regionalen und überregionalen Netzwerken der Juniorprofessur wird ein Austausch über Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen gepflegt und somit ein Transfer gesichert. Aus- und Fortbildungscurricula werden in andere Universitäten transferiert. Auf diesem Wege werden Grundlagen für eine langfristige Etablierung des Themenbereichs „Sexualpädagogik, sexuelle Gesundheit und Prävention sexueller Gewalt“ gelegt.

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