Verbundvorhaben - Learning Analytics und Diskriminierung


Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

10313 Berlin

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Katharina Simbeck

Förderkennzeichen: 01JD1812A

Förderbetrag: 264.033,68 €

Laufzeit: 01.11.2018 bis 31.10.2021


Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre (insb. Unternehmensprüfung und Besteuerung)

Universitätstr. 1, Gebäude 23.32

40225 Düsseldorf

Projektleiter: Jun.-Prof. Dr. Marius Wehner

Förderkennzeichen: 01JD1812B

Förderbetrag: 223.240,30 €

Laufzeit: 01.11.2018 bis 31.10.2021


Bei der Verwendung digitaler Lernumgebungen entsteht eine Fülle von Daten über Lernende und ihre Lernprozesse. Die gesammelten Daten beschreiben Lernerfolge (wie erzielte Punkte, richtige Lösungen oder abgelegte Prüfungen) und erfassen betrachtete Lehrmaterialien, durchgeführte Übungen und benötigte Zeiten. Aus demographischen Merkmalen der Lernpersonen können außerdem Profile zu persönlichen Lerneigenschaften gebildet werden. All diese Daten können mit komplexen Berechnungen ausgewertet werden, um den Lernerfolg zu messen und vorherzusagen sowie um das Lehrmaterial an den jeweiligen Lernenden anzupassen. Solche Auswertungen werden als Learning Analytics oder Lerndatenanalysen bezeichnet.

Detaillierte Lerndatenanalysen können Quellen möglicher Diskriminierung sein: Etwa dann, wenn Lernenden mit niedrigerem sozialen Status oder eines bestimmten Geschlechts ein geringerer Lernerfolg prognostiziert wird und das Lehrmaterial daraufhin so angepasst wird, dass Lernende mit schlechter Prognose keine Chance haben, ein hohes Lernniveau zu erreichen.

Hier setzt das Verbundprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie Diskriminierung nach Geschlecht, Alter, Herkunft oder Lerntyp durch den Einsatz von Datenanalysen in digitalen Lernsystemen begünstigt oder verhindert werden kann.

Die Ergebnisse des Forschungsverbundes tragen zur Diskussion wichtiger gesellschaftlicher Zukunftsfelder der Bildung bei. Dies betrifft neben dem zentralen Thema der Diskriminierung auch Fragen der Effektivität und Effizienzsteigerung von Lernen und ethische Fragen im Zusammenhang mit einer zunehmenden Datensammlung und Algorithmisierung vieler Lebensbereiche.