Evidenzbasierte Leseförderung in der Grundschule (2. Phase, Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Justus-Liebig-Universität Gießen

Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft

Pädagogische Psychologie mit dem Schwerpunkt Schulische Prävention und Evaluation

Otto-Behaghel-Str. 10, Haus F

35394 Gießen

Projektleiter: Prof. Dr. Marco Ennemoser

Förderkennzeichen: 01 GJ 1402 A

Förderbetrag: 242.830 EUR

Laufzeit: 01.09.2014 – 31.10.2017


Universität Kassel

Fachbereich 01 Humanwissenschaften

Institut für Psychologie

Holländische Straße 36-38

34127 Kassel

Projektleiter: Prof. Dr. Tobias Richter

Förderkennzeichen: 01 GJ 1402 B

Förderbetrag: 225.112 EUR

Laufzeit: 01.09.2014 – 30.09.2017


Basierend auf den Ergebnissen der ersten Förderphase sollen zwei modulare Trainingskonzepte entwickelt werden:
1) Ein Phonics-Training zur Steigerung der Effizienz der Worterkennungsprozesse sowie
2) ein Lesestrategietraining zur Verbesserung des sinnentnehmenden Lesens. Die Fördermaßnahmen sollen in einer Trainingsstudie mit leseschwachen Kindern der zweiten und vierten Klasse evaluiert werden (Prä-Post-Follow-up-Design).

Dem übergeordneten Ziel einer fundierten, adaptiven Leseförderung folgend, sollen drei Fragen untersucht werden:
1) Welches Training ist in welcher Phase der Leseentwicklung zur Förderung geeignet?
2) Durch welche kognitiven Teilprozesse des Lesens wird die Wirksamkeit der Trainings vermittelt?
3) Von welchen lernerseitigen Voraussetzungen ist der Erfolg der einzelnen Trainings abhängig?

Das Projekt folgt einer kognitionspsychologischen, prozessorientierten Sichtweise, der zufolge Lesekompetenz als effiziente Bewältigung von Teilprozessen des Leseverstehens auf der Wort-, Satz- und Textebene aufgefasst wird.

Aus einer Stichprobe von 1.200 Grundschulkindern sollen basierend auf einer umfassenden Eingangsdiagnostik 300 leseschwache Zweit- und Viertklässler/-innen ausgewählt werden. Die Kinder werden randomisiert auf Klassenebene einer der Trainingsbedingungen oder der Wartekontrollgruppe zugewiesen. Das experimentelle Prä-Post-Follow-up-Test-Design erlaubt das Testen differenzierter Moderations- und Mediationshypothesen, die sich aus der prozessorientierten Sichtweise des Leseverständnisses ableiten lassen. Eine Besonderheit ist die Erfassung der Effizienz der Teilprozesse des Lesens mit reaktionszeitbasierten Maßen.

Die Durchführung und Auswertung der Hauptuntersuchung erfolgt gleichberechtigt an beiden Projektstandorten. Der Schwerpunkt am Standort Kassel wird auf der Entwicklung und Pilotierung des Phonics-Trainings liegen, während der Projektteil in Gießen die Entwicklung und Pilotierung des Strategie-Trainings übernehmen wird.

Aus den Projektergebnissen lassen sich differenzierte Empfehlungen darüber ableiten, für welche Kinder welches Förderkonzept optimal geeignet ist. Neben wichtigen theoretischen Beiträgen zu Forschungsfragen der Lesekompetenz und ihrer Förderung im Grundschulalter soll die zweite Förderphase praktische Erträge zur differenzierten und adaptiven Intervention bei schwachen Leseleistungen liefern. Da die untersuchten Trainingsansätze für leseschwache Kinder auch auf allgemeinen Methoden der Leseinstruktion aufbauen, ist die genaue Kenntnis der zugrunde liegenden Wirkmechanismen auch für die didaktisch-methodische Gestaltung des Leseunterrichts im Allgemeinen von großem Interesse.

Eine positive Evaluation vorausgesetzt, sollen die Trainingsmanuale für den Einsatz in der Praxis verfügbar gemacht und gegebenenfalls Fortbildungsprogramme für pädagogische Fachkräfte entwickelt werden.

Weitere Informationen unter:
1. Phase des Projekts (A und B)
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb06/psychologie/abt/paed-psy/spe
http://www.uni-kassel.de/fb01/institute/psychologie/institut-fuer-psychologie-startseite.html