Forschungsdaten Bildung



Daten aus der empirischen Bildungsforschung nachhaltig nutzen

Damit Daten aus BMBF-geförderten Projekten für Re- und Sekundäranalysen genutzt werden können, fördert das BMBF den Verbund Forschungsdaten Bildung (Förderzeitraum: 01.10.2013 bis 31.12.2021). Dieser hat eine für die Bildungsforschung einheitliche Infrastruktur aufgebaut: Sie sorgt dafür, dass die Projektdaten nach Abschluss der Vorhaben an eine geeignete Einrichtung übergeben werden, die die Daten archiviert und dokumentiert. Auf Anfrage kann die wissenschaftliche Community dann auf die Daten zugreifen. Eine Checkliste zum Management von Forschungsdaten finden Sie hier.

Ziele der Förderung: Forschungsdaten zugänglich machen

Von Ton- und Videoaufnahmen aus dem Unterricht über Zahlenkolonnen aus Umfragen oder Leistungsmessungen bis hin zu Material aus Bildungsstatistiken – mit dem Ausbau der empirischen Bildungsforschung wächst auch die Zahl der unterschiedlichen Forschungsdaten. Durch die Digitalisierung wird dieser Trend noch verstärkt: „Neue“ Datenformen (z. B. Logfile-Daten, Eye-Tracking-Daten, Learning Analytics) und große Datenmengen werden produziert. Die Erhebung von Daten ist kostenintensiv und sowohl für die Forschung als auch für die beteiligten Bildungseinrichtungen aufwendig. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, zum Beispiel Schulen für Forschungsprojekte mit entsprechenden Datenerhebungen zu gewinnen – und auch der Datenschutz ist aufwendig. Das BMBF fördert deshalb den Verbund Forschungsdaten Bildung mit dem Ziel, die vorhandenen und künftigen Daten für Forschungszwecke besser zugänglich zu machen. Die Infrastruktur des Verbundes entlastet damit die Bildungseinrichtungen und sorgt dafür, dass Fördergelder effizienter eingesetzt werden.

Um die Daten zu sichern und aufzubereiten, die insbesondere in Forschungsprojekten in der Bildungsforschung erhoben werden, haben sich die drei Forschungsdatenzentren des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zu einem Verbund zusammengeschlossen.

Jede Institution bringt ihr spezifisches Fachwissen ein, archiviert unterschiedliche empirische Forschungsdaten und bereitet diese auf: Im IQB sind es vorrangig quantitative Daten etwa aus Leistungs- und Kompetenztests, das DIPF archiviert vorrangig Videodaten und die GESIS ist für die Befragungsdaten zuständig. Die Forschungsdaten können zentral abgeben werden. Sie werden anschließend, der jeweiligen Expertise entsprechend, dezentral archiviert und aufbereitet. Eine gemeinsame Datenbank ermöglicht es den Forschenden sich nutzerfreundlich einen Überblick über die verfügbaren Daten der Bildungsforschung zu verschaffen. Weiterhin ist der VFDB mit den für die Bildungsforschung in Deutschland relevanten Datenzentren vernetzt und nutzt Synergien.

Die Förderung des Verbunds Forschungsdaten Bildung vermeidet Doppeluntersuchungen und mit den gut aufbereiteten Datensätzen können neue Ergebnisse erzielt werden. Ein umfangreiches und serviceorientiertes Beratungskonzept sowie Vorträge, Schulungen zum Datenmanagement, Online-Seminare und Multiplikatoren-Workshops ergänzen das Angebot.

Mit seiner Arbeit unterstützt der Verbund Forschungsdaten Bildung eine Vision von Open Data, der die hohen datenschutzrechtlichen und ethischen Verpflichtungen gegenüber den Befragten einhält und gleichzeitig die Ansprüche der Wissenschaft respektiert.

Das BMBF leistet mit der Förderung des Verbundes einen wichtigen strukturellen Beitrag, um den aktuellen Herausforderungen des Forschungsdatenmanagements zu begegnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Verbunds.

Aktuelle Arbeiten

Die seit 2013 aufgebaute Infrastruktur zur Sicherung und Nachnutzung von Forschungsdaten ermöglicht aktuell sowohl eine serviceorientierte Datenabgabe als auch einen nutzerfreundlichen Überblick über verfügbare Daten der Bildungsforschung. Die Archivierungs-, Bereitstellungs- und Schulungsangebote sind gut ausgebaut und die Expertise weiterer Datenzentren und -repositorien ist eingebunden. Damit ist er aktuell die zentrale nationale Anlaufstelle für bildungsbezogene Forschungsdaten. Neben den bisherigen Angeboten nimmt der Verbund nun auch Herausforderungen in den Blick, die sich beim Forschungsdatenmanagement von Log-File-Daten oder qualitativen Analysedaten ergeben. Zudem baut er das Beratungs- und Schulungsangebot weiter aus.

Die Forschungsdatenzentren des Verbundes

DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften e. V.

IQB – Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, Humboldt-Universität zu Berlin


Über den Verbund hinaus

Mit dem von 2009 bis 2013 vom BMBF geförderten Nationalen Bildungspanel (NEPS) wird die informationelle Infrastruktur im Bereich der Bildungsforschung entscheidend verbessert. NEPS stellt der Wissenschaftsgemeinschaft qualitativ hochwertige Daten zu Bildungsprozessen und Kompetenzentwicklungen in Deutschland unter der Perspektive „Bildung im Lebenslauf“ zur Verfügung. Die Förderung des NEPS war ein zentraler Bestandteil der Forschungspolitik des BMBF im Kontext des ersten Rahmenprogramms.
Das Nationale Bildungspanel war bis 2013 am Institut für bildungswissenschaftliche Längsschnittforschung (INBIL) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg angesiedelt und wird von einem interdisziplinär zusammengesetzten Konsortium durchgeführt. Seit Januar 2014 ist das NEPS eine Studie am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e. V. (LIfBi) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.