Inklusive Diagnostik mathematischer Kompetenzen und deren Entwicklung in der Sekundarstufe (InDiMath)


Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Institut für Sonderpädagogische Förderschwerpunkte und Institut für Psychologie

Reuteallee 46

71634 Ludwigburg

Projektleiter: Prof. Dr. Marco Ennemoser

Förderkennzeichen: 01NV2103

Förderbetrag: 534.822,00 €

Laufzeit: 01.06.2021 bis 31.05.2024


Die gerechte Verteilung von Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ist eine notwendige Voraussetzung, um ihnen die gleichen Chancen für einen erfolgreichen Bildungsweg zu ermöglichen.

Derzeit benötigen jedoch viele Kinder und Jugendliche Unterstützung, um am Unterreicht teilzuhaben. Grundlage für ihre Teilnahme ist eine Diagnostik, die es den Lehrenden ermöglicht, individuelle Förder- und Unterstützungsangebote für die Schülerinnen und Schüler anzubieten. Die bisherige Diagnostik zeichnet sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren und Zielstellungen aus. Dabei führen je nach Bildungsetappe gleichzeitig auch unterschiedliche Akteure die Diagnostik durch. Dies erschwert die Vergleichbarkeit der Ergebnisse – besonders an den Übergängen des Bildungswesens, wie beispielsweise bei einem Wechsel von der Kita zur Grundschule.
Das vorliegende Projekt InDiMath zielt darauf ab, die Vergleichbarkeit für die mathematischen Kompetenzen zu erhöhen und damit die gewonnenen Erkenntnisse besser verwerten zu können. Die Forschenden wollen ein Instrumentarium erproben, das die Lehrenden nach kurzer Einführung selbstständig, zeitsparend und in unterschiedlichsten Gruppen einsetzen können – und das unabhängig von der Klassenstufe oder Schulform. Vergleichbare diagnostische Informationen sind so leichter zu gewinnen. Auf dieser Basis entwickeln die beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen dann vielfältige Unterstützungs- und Förderangebote.
Hierfür untersuchen sie über mehr als zwei Jahre hinweg die Entwicklungsverläufe von Schülerinnen und Schülern der Klassen 5 und 7 und analysieren dabei die Gelingensbedingungen für positive Entwicklungen. Die Ergebnisse der beiden Klassen werden auch mit einer Kontrollgruppe verglichen, die ohne diese Diagnostik arbeitet. So kann das Projekt abschließend die Kompetenzentwicklung von nahezu 1260 inklusiv und exklusiv beschulten Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf vergleichen. Es zielt auf die Sekundarstufe ab und widmet sich damit einer seltener betrachten Bildungsetappe.

Für einen erfolgreichen Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis erstellen die Forschenden eine Handreichung, sobald die Projektergebnisse vorliegen. Sie soll die Gelingensbedingungen der Diagnostik zusammenführen und die Lehrkräfte bereits in der Aus- und Weiterbildung unterstützen.