Die Rolle von Fehlersensitivität bei der Aufrechterhaltung der Lese-Rechtschreib-Schwäche (2. Phase, Verbundvorhaben)


Universität Lübeck

Universitätsklinikum

Klinik für Neurologie

Ratzeburger Allee 160

23562 Lübeck

Projektleiter: Prof. Dr. Thomas Münte

Förderkennzeichen: 01 GJ 1303 A

Förderbetrag: 242.460 EUR

Laufzeit: 01.01.2014 – 30.06.2018


Leibniz Universität Hannover

Institut für Sportwissenschaft

Am Moritzwinkel 6

30167 Hannover

Projektleiter: Prof. Dr. Alfred Effenberg

Förderkennzeichen: 01 GJ 1303 B

Förderbetrag: 149.192 EUR

Laufzeit: 01.01.2014 – 30.06.2018


In diesem Vorhaben wird eine Grundhypothese zur Dyslexie überprüft, nämlich, dass (a) mangelnde Fehlerbewusstheit und (b) die durch fortgesetzte Fehlschreibung gleichzeitige Aktivierung verschiedener Schreibweisen dazu beitragen, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) aufrecht zu erhalten.

Im Anwendungsteil besteht das Ziel, ein Schreibtablett für die Therapie von LRS zu entwickeln und in einer Studie auf Alltagstauglichkeit zu testen. Die Überprüfung der Grundhypothese erfolgt mithilfe kognitiv neurowissenschaftlicher Verfahren, nämlich einerseits über die Untersuchung von ereigniskorrelierten Hirnpotentialen (hier insbesondere Untersuchungen zu von uns identifizierten Fehler-anzeigenden Komponenten) und andererseits über den Einsatz der Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS). Für beide Untersuchungsmodalitäten werden Paradigmen entwickelt, bei denen ein Computerkeyboard für die Eingabe verwendet wird. Es werden dann elektrophysiologische bzw. hämodynamische Messungen für die verschiedenen Ereignisse gemittelt und einer statistischen Analyse zugeführt. Im Anwendungsteil wird ein Schreibtablett so modifiziert (Teil des Antrages), dass ein falsch geschriebenes Wort unmittelbar durch die Software erkannt wird und an die Probanden rückgemeldet wird. Von den geplanten Studien werden die grundlagenwissenschaftlichen Untersuchungen mittels EEG und NIRS in Lübeck durchgeführt. Die Interventionsstudie sowie die zugehörige EEG-Begleitstudie werden in Hannover durchgeführt. Analysen und Interpretation der Daten erfolgen gemeinsam.

Bezüglich der Zweiteilung des Antrages in einen grundlagenwissenschaftlichen und einen anwendungsorientierten Teil ist die Ergebnisverwertung ebenfalls auf zwei Ebenen geplant: Zum einen sollen die in den Experimenten des Grundlagenteils gewonnenen Ergebnisse in einschlägigen wissenschaftlichen Publikationen - überwiegend in englischer Sprache - zusammengefasst und publiziert werden (Journale: Human Brain Mapping, Dyslexia, Biological Psychology, Journal of Cognitive Neuroscience, BMC Neuroscience). Die für ein Schreibtablett entwickelte Software soll in einer Interventionsstudie getestet werden. Bei positivem Ausfall dieser Testung sind ein weitergehender Einsatz und eine Dissemination dieser Software geplant. Hierbei ist perspektivisch auch an einer Vermarktung gedacht, die allerdings wesentlich vom Ergebnis der Untersuchungen abhängt.

Weitere Informationen unter: 
1. Phase des Projekts
http://www.neuro.uni-luebeck.de/neuro/index.php/lehre.html
http://www.sportwiss.uni-hannover.de/sportwissenschaft.html