Schulleitungshandeln zwischen erweiterten Rechten und Pflichten (SHaRP)


Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

Arbeitseinheit Steuerung und Finanzierung des Bildungswesens

Schloßstr. 29

60486 Frankfurt am Main

Projektleiter: Dr. Stefan Brauckmann

Förderkennzeichen: 01 JG 1007

Förderbetrag: 164.420 EUR

Laufzeit: 01.02.2011 – 31.05.2013


Jüngste Veröffentlichungen verweisen auf gestiegene bzw. wechselnde Arbeitsanforderungen von Schulleiterinnen und Schulleitern und die daraus resultierenden Schwierigkeiten für das Erproben und Erlernen neuer Rollen und Handlungen. Diese Mehrbelastung kann auch die Rekrutierung neuer Schulleitungsmitglieder und die Besetzung vakanter Schulleiterpositionen nachhaltig erschweren. Daher galt es, das individuelle Belastungsempfinden und dessen Auswirkungen für die von der Beanspruchungsforschung bislang weitgehend ignorierte Berufsgruppe stärker in den Blick zu nehmen.

Untersucht werden sollte, ob und in welchem Maße sich in Grundschulen und Gymnasien in Bundesländern, die sich im Autonomiegrad ihrer Schulen unterscheiden, die vielfach formulierte Akzentverschiebung „vom Verwalten zum Gestalten“ an Schulen zeigt. Dazu wurde erforscht, inwieweit die neuen Aufgaben von Schulleitung (wie z. B. strategische Führungsaufgaben) als Belastungsfaktoren auch Einfluss auf das Handeln der Schulleiterinnen und Schulleiter haben. Das Forschungsvorhaben lieferte somit empirisch fundierte Erkenntnisse für die gegenwärtig stattfindende Diskussion, ob Belastungserleben auf den Kontext, in dem das Handeln stattfindet, und die Arbeit selbst zurückgeführt werden kann. Von besonderem Interesse war auch eine Soll-ist-Bestandsaufnahme im Hinblick auf Funktionsanforderungen/-erwartungen einerseits und Funktionsausübungen andererseits. Quantitative Befunde zur Tätigkeitsausübung und zum Belastungserleben dienten als Basis für die kriteriengeleitete Auswahl von zu interviewenden Schulleiterinnen und Schulleitern. Die daran anschließenden qualitativen Interviews dienten der Einordnung, Interpretation und Erklärung der Ergebnisse. Anschließend wurden der quantitative und qualitative Untersuchungsstrang miteinander verknüpft, um verschiedene Möglichkeiten sowie Formen des Umgangs mit erweiterten Handlungsspielräumen aufzuzeigen.

Das entwickelte Instrument zum Schulleitungshandeln differenzierte trennscharf zwischen sieben verschiedenen Tätigkeitsfeldern und konnte in weiteren Untersuchungen zur Rolle und Funktion von Schulleitung eingesetzt und validiert werden. Demnach schienen Schulleiterinnen und Schulleiter im Laufe eines Schuljahres besonders durch Verwaltungs- und Organisationsaufgaben sowie eltern- und schülerbezogene Arbeit stark zeitlich in Anspruch genommen zu werden. Hingegen wiesen die Tätigkeiten, die den eigenen Unterricht der Schulleiterinnen und Schulleiter und deren unterrichtsbezogene Führungsarbeit betrafen, eine moderatere zeitliche Beanspruchung auf. Gegenwärtig konnte neben der Schulgröße insbesondere die Einschätzung der einzelschulischen Problemlagen durch die Schulleiterinnen und Schulleiter erklären, ob diese mehr oder weniger Zeit für die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder aufwanden.

Weitere Informationen unter: 
http://www.dipf.de/de/forschung/abteilungen/struktur-und-steuerung-des-bildungswesens 
http://www.dipf.de/de/projekte/schulleitungshandeln-zwischen-erweiterten-rechten-und-pflichten