Gestaltung von Lehrerfortbildungen zur Unterstützung von Innovationen: Gestaltung der Interventionen zur Kooperationsanregung (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Bergische Universität Wuppertal

Institut für Bildungsforschung in der School of Education

Gaußstr. 20

42119 Wuppertal

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Cornelia Gräsel

Förderkennzeichen: 01 JH 0906

Förderbetrag: 221.532,50 EUR

Laufzeit: 01.08.2009 – 31.10.2012


Technische Universität Dortmund

Fakultät für Mathematik

Institut für Entwicklung und Erforschung des Mathematikunterrichts

Vogelpothsweg 87

44227 Dortmund

Projektleiter: Prof. Dr. Christoph Selter

Förderkennzeichen: 01 JH 0907

Förderbetrag: 166.080,00 EUR

Laufzeit: 01.08.2009 – 31.10.2012


Ziel des Verbundvorhabens war es, mehr empirisches Wissen über effektive Lehrerfortbildungen zu erhalten. Es wurde untersucht, wie Lehrerfortbildungen so gestaltet werden können, dass sie die erfolgreiche Verbreitung von Innovationen im Bildungssystem unterstützen. Dieser Frage wurde anhand der Einführung der neuen Lehrpläne für den Mathematikunterricht der Grundschule in Nordrhein-Westfalen nachgegangen. Ausgegangen wurde von folgenden theoretischen Annahmen:
(1) Wirkt sich eine mehrphasige Fortbildung zum neuen Lehrplan im Vergleich zu keiner Fortbildung positiv auf den Innovationserfolg aus?
(2) Wie wirken sich verschiedene Versionen (kooperationsanregend, fachdidaktisch orientiert) auf den Transfererfolg aus?
(3) Lässt sich der Einfluss von Merkmalen der Lehrkräfte und den Schulen auf die Wirkung der verschiedenen Variationen der Lehrerfortbildungen empirisch nachweisen?
Für die Beantwortung dieser forschungsleitenden Fragen wurden drei Fortbildungskonzepte entwickelt: eine kooperationsanregende Fortbildung, eine Fortbildung mit mathematikdidaktischem Fokus und eine Fortbildung, die sowohl kooperationsanregend als auch mathematikdidaktisch ausgerichtet war. In einem Pre-Post-Follow-up-Design wurden alle Lehrkräfte (Kontrollgruppe und Fortbildungsgruppen) vor dem ersten Workshop, nach der Durchführung des zweiten und des letzten Workshops sowie ein halbes Jahr nach dem letzten Workshop zu ihrer Akzeptanz dem neuen Lehrplan gegenüber, zu ihrer Belastung und Motivation sowie zu ihrem Kooperationsverhalten bei der Umsetzung des Lehrplans befragt. Zusätzlich zu den Lehrkräften wurden die Schülerinnen und Schüler zu ihrer Wahrnehmung des Mathematikunterrichts, der Motivation im Mathematikunterricht befragt und ein Leistungstest zum Fach Mathematik durchgeführt.

 Die Befunde wiesen darauf hin, dass Lehrkräfte, die die dritte Fortbildungsform (Kombination aus Fachdidaktik und Kooperationsanregung) erhielten, den neuen Lehrplan im Verlauf der Studie stärker akzeptierten als Lehrkräfte, die an den übrigen Fortbildungen teilnahmen. Zudem konnte der Informationsbedarf über und die Befürchtungen bezüglich der Umsetzung des neuen Lehrplans bereits durch die erste Fortbildung signifikant reduziert werden. Unabhängig von den Fortbildungsversionen zeigte sich, dass alle Lehrkräfte die Auswirkungen des neuen Lehrplans auf die Lernenden sowie ihre eigene Kooperation im Kollegium sehr hoch einschätzen. Auf Seiten der Schülerinnen und Schüler zeigte sich, dass Lernende im 3. und 4. Schuljahr ihre Leistungen im Fach Mathematik als sehr gut einschätzten und angaben, dass sie viel Spaß im Mathematikunterricht haben. Diese Einschätzungen wiesen einen hohen Zusammenhang mit den Testergebnissen der Schülerinnen und Schüler auf. Weitere Auswertungen fokussierten vor allem auf die Wirkung der Lehrpersonen auf die Lernenden. Die zugrunde liegende Fragestellung war, ob die verschiedenen Fortbildungsmöglichkeiten über die Lehrkräfte eine Auswirkung auf die Leistungen im und die Einschätzung der Lernenden bezüglich des Mathematikunterrichts haben. Der Transfer der Projektergebnisse in die Scientific Community fand über Präsentationen auf wissenschaftlichen Tagungen und Konferenzen statt. Weiterhin wurden die Ergebnisse für die Multiplikatorenausbildung und die Planung von Workshops im Rahmen des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik genutzt.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.propaeda.de