Prävention und Intervention bei expansivem Problemverhalten in der Schule: Entwicklung und Evaluation eines Lehrercoachings (Verbundvorhaben)


Verbundpartner:

Fachhochschule Düsseldorf

FB 6 - Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

Fachgebiet Psychologie

Merowingerplatz 1

40225 Düsseldorf

Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Charlotte Hanisch

Förderkennzeichen: 01 JH 1204 A

Förderbetrag: 283.897,20 EUR

Laufzeit: 01.10.2012 – 30.09.2015


Universität zu Köln

Medizinische Fakultät - Universitätsklinikum

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

Robert-Koch-Str. 10

50931 Köln

Projektleiter: Prof. Dr. Manfred Döpfner

Förderkennzeichen: 01 JH 1204 B

Förderbetrag: 304.534,80 EUR

Laufzeit: 01.10.2012 – 30.09.2015


Expansives Problemverhalten umfasst aggressives, oppositionelles und hyperkinetisches Verhalten. Es ist häufig, über den Entwicklungsverlauf sehr stabil und birgt ein hohes Risiko für negative psychosoziale Folgen. Impulsive Verhaltenstendenzen, Regelverstöße und Aufmerksamkeitsprobleme beeinträchtigen die schulische Entwicklung und stellen für Lehrer gerade an allgemeinen Grundschulen eine große Herausforderung dar. An den Förderschulen mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung ist die Zahl von Kindern mit expansivem Problemverhalten beträchtlich. Im Rahmen der Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention sollen in NRW bis 2020 alle Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus dem Bereich soziale und emotionale Entwicklung an allgemeinen Schulen beschult werden. Eine Möglichkeit der voraussichtlich hierdurch steigenden Belastung von Lehrkräften an allgemeinen Schulen zu begegnen, ist eine systematische Fortbildung. In internationalen Arbeiten gelten effektives Klassenmanagement, positive Lehrer-Kind Beziehungen, Strategien der Verhaltensmodifikation und des Kontingenzmanagements sowie kognitive Methoden als evidenzbasierte Maßnahmen zur Prävention von expansivem Problemverhalten im Kontext Schule. In Deutschland sind diese Strategien für den therapeutischen Kontext evaluiert worden.
Im Verbundvorhaben soll eine Weiterbildungsmaßnahme für Grundschullehrer entwickelt und evaluiert werden. Zunächst wird dem gesamten Lehrer- und Pädagogenkollegium einer Schule eine zweitägige Fortbildung zu Klassifikation, Ursachen und generellen Interventionen bei expansiven Verhaltensproblemen angeboten. Im Anschluss hieran können einzelne Lehrer oder Lehrer- bzw. Pädagogenteams an einem intensiveren Coaching teilnehmen, bei dem in individualisierter, fallbezogener Arbeit an einem Zielkind evidenzbasierte Strategien zum Umgang mit expansivem Verhalten erlernt werden. Ziel ist hier, die Erziehungskompetenz und Selbstwirksamkeitserfahrung auf Seiten der Lehrerin bzw. des Lehrers zu steigern und darüber die wahrgenommene Belastung zu verringern. Auf der Ebene des Kindes soll hierüber Problemverhalten ab- und prosoziales Verhalten aufgebaut werden. Eine Überprüfung der Effekte des Coachings soll in einem längsschnittlich angelegten Eigenwartekontrolldesign erfolgen.