Sprachliche Kompetenzen Pädagogischer Fachkräfte (SprachKoPF)


Untersuchung der Kompetenzen von Pädagogischen Fachkräften in zentralen theoretischen und angewandten Bereichen der Sprachstandseinschätzung und Sprachförderung

Universität Mannheim

Philosophische Fakultät

Anglistisches Seminar

Schloss, Ehrenhof West 266

68161 Mannheim

Projektleiterin: Prof. Dr. Rosemarie Tracy

Förderkennzeichen: 01GJ0905

Förderbetrag: 292.130,63 EUR

Laufzeit: 01.03.2009–29.02.2012


Zahlreiche Initiativen zur Sprachförderung sollen die Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund und deutschsprachiger Kinder aus bildungsfernen Milieus ausgleichen. Umfangreiche Ressourcen werden in die Entwicklung von Förderkonzepten und in die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte investiert. Bisherige Studien konnten kindliche Sprachfortschritte kaum auf Interventionsmaßnahmen zurückführen. Ein wesentlicher Grund dafür kann sein, dass die Sprachförderkompetenz der Fachkräfte nicht systematisch erhoben werden konnte.

Das Projekt untersucht die Sprachförderkompetenz elementarpädagogischer Fachkräfte und stellt drei Forschungsfragen:  

  1. Kann Sprachförderkompetenz standardisiert, computerbasiert und zeitökonomisch so getestet werden, dass die Zielpopulation den Test gut und motiviert bearbeitet?
  2. Was wissen pädagogische Fachkräfte über Sprache, Spracherwerb und Mehrsprachigkeit sowie über Sprachdiagnostik und -förderung im Verhältnis zum Kenntnisstand in der Spracherwerbsforschung?
  3.  Welchen Einfluss haben unterschiedliche Dimensionen der Professionalität auf die Sprachförderkompetenz?

Die Beantwortung der Fragen ging einher mit der Untersuchung teststatistischer Gütekriterien sowie der Praktikabilität und der Akzeptanz des Instruments. Zweitens erfolgten Studien zur Validität des zugrunde gelegten Konstrukts von Sprachförderkompetenz. Drittens wurde die empirische Relevanz und Repräsentativität der Testinhalte im Zuge des Vergleichs formal unterschiedlich qualifizierter Fachkräfte und Berufsgruppen analysiert.

Nach Kriterien der klassischen Testtheorie wurde das Instrument SprachKoPFv06 entwickelt und optimiert. Es setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Wissen, Beobachten-Können und Fördern-Können. Die Werte der teststatistischen Gütekriterien sind insgesamt und für die Wissenskomponente, die den Großteil der Items stellt, gut, für die Können-Komponenten ausreichend. Es liegen Ergebnisse von 144 pädagogischen Fachkräften vor. Die Akzeptanz des Instruments war unerwartet hoch. Die Testleistungen erreichten im Wissen und Beobachten ca. 60 Prozent des Kriteriums, bei den Förderableitungen über 30 Prozent. Die Sprachförderkompetenz wurde von der schulischen und beruflichen Qualifikation bestimmt, aber kaum von Weiterbildungen, Berufserfahrung oder Haltung beeinflusst. Die Projektergebnisse untermauern Forderungen nach einer Professionalisierung in der frühkindlichen Bildung. In der zweiten Projektphase werden Zusammenhänge zwischen Sprachförderkompetenz und kindlicher Sprachentwicklung sowie Handlungskompetenzen untersucht. Das Instrument kann in der empirischen Bildungsforschung und in der Praxis der Aus- und Weiterbildung zur Bedarfsanalyse sowie formativen und summativen Evaluation eingesetzt werden.