Familiale Bedingungen des Schulerfolgs bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Analysen auf der Basis von Jugend- und Haushaltsdaten des Sozioökonomischen Panels


Georg-August-Universität Göttingen

Sozialwissenschaftliche Fakultät

Pädagogisches Seminar

Baurat-Gerber-Str. 4-6

37073 Göttingen

Projektleiter: Jun.-Prof. Dr. Nicolle Pfaff

Promovierende: Elisabeth Richter

Förderkennzeichen: 01JG0911

Förderbetrag: 104.191 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 – 31.03.2013


Seit etwa Mitte der 1980er Jahre rücken die bestehenden ethnischen Ungleichheiten im deutschen Bildungssystem vermehrt in den Fokus der wissenschaftlichen Diskussion. So wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl von Benachteiligungen festgestellt und Erklärungen gesucht. Aufgrund der Komplexität der Thematik kann die Frage nach den Ursachen der ethnischen Disparitäten als noch nicht hinreichend beantwortet gelten. In dem Promotionsvorhaben wurde der Einfluss familialer Bedingungen auf den Schulerfolg bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund untersucht. Die Analysen basieren auf Daten der seit 1984 erhobenen Längsschnittstudie Sozioökonomisches Panel (SOEP). In repräsentativ ausgewählten Haushalten werden einmal pro Jahr alle Haushaltsmitglieder erfasst und alle Personen über 17 Jahre persönlich befragt. Im Fokus der Auswertungen stehen die seit 2000 zusätzlich erhobenen jugendspezifischen Daten in Verbindung mit Angaben aus den Befragungshaushalten, sowie Angaben der Eltern. Zunächst erfolgte eine umfassende Beschreibung der familialen Lebenswelt der Jugendlichen. Im Fokus standen hierbei neben der Soziodemographie der Familie das Familienklima (Erziehungsstil und Streit), Bildungsinteresse der Familie (schulisches Engagement und Unterstützung), wohnräumliche Ressourcen, Integrationsindikatoren (Familiensprache, Beherrschung der deutschen und Herkunftssprache u. ä.). In einem zweiten Auswertungsschritt wurden die einzelnen lebensweltlichen Bereiche auf ihren Einfluss auf den Bildungserfolg überprüft, um in einem letzten Schritt relevante Faktoren in ein Gesamtmodell zu übertragen. Bisherige Analysen konzentrierten sich darauf, Faktoren zu identifizieren, die den Bildungsverlauf von Jugendlichen mit Migrationshintergrund beeinflussen. So überrascht es nicht, dass sich ein hohes Bildungsniveau der Eltern positiv auf den Bildungsverlauf von Kindern und Jugendlichen auswirkt. Interessant sind jedoch in diesem Zusammenhang spezifische Einflussbedingungen familialer Unterstützungsformen bei unterschiedlichen Einwanderergruppen. Um vorhandene (Bildungs-)Ungleichheiten abzubauen, benötigt man Informationen über die Wirkungsweisen ungleichheitsproduzierender Strukturen, ohne dabei jedoch herkunftsgruppenspezifische Besonderheiten außer Acht zu lassen.

Weitere Informationen unter:
http://www.uni-goettingen.de/de/425586.html