Veränderungen in familialen Ressourcen und ihre Wirkung auf kognitive und nicht-kognitive Fähigkeiten im frühen Kindesalter und Jugendalter: Eine Analyse auf der Basis von Paneldaten


Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin)

Abt. Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)

Mohrenstr. 58

10117 Berlin

Projektleiterin: Prof. Dr. C. Katharina Spiess

Promovierende: Frauke Peter

Förderkennzeichen: 01JG0910

Förderbetrag: 80.634 EUR

Laufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012


Fähigkeiten werden von Beginn der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter durch vielfältige Umweltfaktoren beeinflusst – darunter die Familie und außerfamiliale Bildungs- und Betreuungssettings. Das bildungs- und familienökonomische Promotionsprojekt befasst sich mit der Wirkung ausgewählter Umweltfaktoren bis zum Erwachsenenalter. Dabei ist eine dynamische Perspektive von großer Bedeutung, die auf Veränderungen in den Umweltfaktoren und den Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter fokussiert. Drei zentrale Faktoren und deren Veränderungen wurden in diesem Projekt untersucht: Familieninstabilitäten, Erwerbsinstabilitäten und die Qualität von Kindertageseinrichtungen. Nicht-kognitive Fähigkeiten sind nicht nur ein Konstrukt, um Bildungsergebnisse zu erklären, sie sind auch selbst das Ergebnis von Bildungsprozessen. Dabei belegen internationale Arbeiten u. a. von James Heckman, dass das Humankapital maßgeblich im frühen Kindesalter geformt wird. Das familiale Umfeld hat dabei eine zentrale Bedeutung. Die Analysen des Promotionsprojektes basieren auf den Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) sowie auf den Daten der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Um den Einfluss der Veränderungen im familialen Umfeld sowie der Qualität der Kindertageseinrichtung auf nicht-kognitive Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu erfassen, wurden mikroökonometrische Verfahren benutzt. Damit konnten Probleme der Selektion, Heterogenität und Endogenität berücksichtigt werden. Zu diesen Schätzverfahren gehören Sibling Fixed Effect Modelle, Propensity Score Matching und Conditional Difference-in-Differences Matching. Die Ergebnisse des Promotionsprojektes zeigen, dass nicht-kognitive Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen und auch die Gesundheit von Kindern von Veränderungen familialer Ressourcen, d.h. Familien- und Erwerbsinstabilitäten und pädagogischen Qualitäten beeinflusst werden. Die Erkenntnisse sind für die Familien- und Bildungspolitik relevant. Sie weisen darauf hin, wie wichtig es ist, Veränderungen im familialen Umfeld in den Fokus zu nehmen und auf die pädagogische Qualität von Kindertageseinrichtungen zu achten. Für die Setzung von Rahmenbedingungen z.B. im Bereich von Qualitätsmindeststandards aber auch die Arbeit der Fachkräfte in außerfamilialen Betreuungssettings sind dies wichtige Ansatzpunkte.

Weitere Informationen unter:
http://www.diw.de/de/diw_01.c.100364.de/ueber_uns/forschungsabteilungen/laengsschnittstudie_sozio_oekonomisches_panel/laengsschnittstudie_sozio_oekonomisches_panel.html