Lernstörungen/Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten

Junge steht vor einer Tafel und rechnet

Adobe Stock/Robert Kneschke

Jedes dritte Schulkind in Deutschland zeigt deutliche Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen. Bei etwa der Hälfte dieser Kinder bestehen die Schwierigkeiten so stark und andauernd, dass bei ihnen eine Lernstörung (Lese-, Rechtschreib-, und Rechenstörung) festgestellt wird. Die Folgen für die betroffenen Kinder sind gravierend. Ihre Bildungschancen sind schlechter und eine Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ist nur eingeschränkt möglich. Deshalb sind die frühzeitige Diagnose einer Lernstörung und individuelle, wissenschaftlich begründete Förderung für die betroffenen Kinder zwingend notwendig. Dazu wurden von 2010 bis 2021 im Rahmen des Forschungsschwerpunkts "Empirische Bildungsforschung im Bereich ursachenbezogener individueller Diagnostik und Intervention bei umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten" 29 Forschungsprojekte und eine Koordinierungsstelle gefördert.

Die aktuelle Förderung umfasst die Fortsetzung des Projekts "Lernstörungen Onlineplattform für Diagnostik & Intervention", kurz LONDI. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Online-Plattform mit wissenschaftlich abgesicherten Informationen über Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen sowie praxisrelevanten Entscheidungshilfen zur individuellen Diagnostik und Förderung (Intervention) entwickelt. Die Plattform unterstützt professionelle Nutzer, wie beispielsweise Lehrkräfte und Lerntherapeuten, Schulpsychologen und Mitarbeiter der Jugendhilfe, dabei, die Art der vorliegenden Lernschwierigkeiten abzuklären und zu entscheiden, welche Fördermaßnahmen für ein betroffenes Kind am besten geeignet sind. Für Eltern gibt es ein Informationssystem, in dem sie sich rund um das Thema Lernschwierigkeiten, Erkennung, Ursachen und Behandlung informieren können. Seit dem 1. November 2021 erforscht und evaluiert das Projekt LONDI 2 die Nutzung der Plattform. Ziel ist es, die Plattform mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse weiter zu entwickeln und eventuelle Nutzungshemmnisse abzubauen.

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